Feb 212013
 

Etwas stimmt mich nachdenklich – sehr nachdenklich. Da hat eine Marke eine lange Tradition und wird – meines Wissens nach das erste mal überhaupt – verkauft an einen neuen Besitzer. Focal gehört jetzt Naim. Deutscher Vertrieb: Music-Line. Soweit so gut – kann man erstmal so hinnehmen, Monopoly für Große eben.

Was den Menschen, die da Entscheidungen treffen, wohl nicht bewußt gewesen ist, ist folgende Überlegung: Sie als Kunde, als Besitzer eines Lautsprechers, wünschen doch, dass das Produkt erstens langlebig ist, und zweitens, falls mal etwas passiert ist damit, dieses möglichst schnell wieder repariert ist. Jetzt kommt dieser neue Vertrieb da ins Spiel, und entscheidet, dass wir keinen Service mehr für das Produkt machen dürfen. Ebenso die Focalhändler, welche eine Ersatzteilversorgung für uns schlicht ablehnen.

Wer schießt sich denn da ins Knie? Der Vertrieb denkt scheinbar nicht darüber nach, wie das Markenimage sich aufeinmal ändert, wenn ab Besitzerwechsel des Herstellers kein Ersatzchassis auf dem freien Markt mehr erhältlich ist, und auch keine Reparatur mehr für die alten, ebenso wertigen Boxen durchgeführt werden kann. Also ich würde bei einer Marke, von der soetwas bekannt wird, nicht mehr viele 1000 Euro investieren. Mit dieser Aussicht, dass im Schadensfalle mal nicht mehr geholfen werden kann, da würde ich doch kein großes Geld mehr investieren.

Ob die Monopoly-Spieler dieses ausreichend bedenken? Bei mir entsteht der Eindruck, dass die Entscheidungsträger tatsächlich ernsthaft glauben, dass – ist ein Focal-Lautsprecher erstmal kaputt, dass dann ein neuer gekauft wird. Ich habe soetwas schon mit anderen Marken erlebt – ein Lautsprecherhersteller aus der Schweiz zum Beispiel hat auch mal versucht, mit mir soetwas zu machen. Keinen Service anbieten für eine Box, die noch keine 10 Jahre alt gewesen ist und von der Grundveranlagung her so gut, dass sie mühelos hätte weiter leben können, wenn sie denn hätte dieses dürfen. Der Hersteller hat tatsächlich versucht zu argumentieren, doch ein neues Produkt aus diesem Hause zu kaufen, weil das alte eben nicht mehr reparierbar sei. Nach 10 Jahren und einem damaligen Anschaffungspreis von sicher mehr als 6000 DM. Finde ich sehr sehr bedenklich. Wir als Reparatur-Betrieb haben den Eindruck, dass viele Hersteller so über ihre Kunden denken.

Wie denken Sie dazu? Kommentare ausdrücklich erwünscht!!

Update: Nicht Naim hat Focal gekauft, sondern umgekehrt. Wusste ich nicht – tut mir Leid für die Falschaussage…  Brief an Jack M. geht noch diese Woche raus. Muss doch möglich sein, mit dem Hersteller direkt eine Einigung zu treffen…

Update 2: Montag rief der neue Focal-Vertrieb an und hat eingelenkt – ab jetzt dürfen wir wieder ganz normal Focal-Chassis zur Reparatur senden. Das ging dann doch recht schnell – aber wahrscheinlich musste J. Mahul wirklich ersteinmal lesen, was wir zu diesem Thema zu sagen hatten.

Vielen Dank Jack! Eine sinnvolle Entscheidung – trägt sie doch zum Werterhalt der Marke wesenltich bei.

 Posted by at 12:46

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